Unser Einsatz begann am 14.09.2025.
Wir bestanden aus 3 Personen (2 fertigen Zahnärzten, mit über 3 Jahren Berufserfahrung und eine Studentin, welche ab dem kommenden Semester im 10. Semester sein wird).
Vorweg muss gesagt werden, dass die Organisation des Einsatzes (Unterkünfte, Transporte, Materialbeschaffungen etc.) einwandfrei funktioniert haben, das einzige um was wir uns selbst kümmern mussten, waren unsere eigenen Freizeitaktivitäten. Das hat uns alle sehr positiv gestimmt!.
Auch verpflegungstechnisch wurden wir gut versorgt.
In SantaCruz hatten wir in der Unterkunft eine sehr gut ausgestattete Küche (Mikrowelle, Backofen, Herd, Kühlschrank, Toaster etc.). Auch gut zu wissen ist, dass unsere Zimmer klimatisiert waren, was in SC sehr wichtig war! Mittagessen haben wir immer in der Plataforma bekommen (es wurde gut darauf geachtet, falls sich jemand vegetarisch ernährt, dass diese Person auch eine entsprechende Alternative bekommt), um Frühstück und Abendessen mussten wir uns selbst kümmern, was kein Problem war, da wir uns fürs Frühstück im Supermarkt Sachen besorgt haben und abends eher außerhalb wes gegessen haben.
In Challa sah die Sache anders aus. Dadurch, dass es keine richtigen Läden auf der Insel gibt, sondern „nur“ Kiosks, wurden wir da von Nelson und seiner Familie versorgt (Frühstück, Mittagessen, Abendessen). Zu jedem Essen haben wir zudem eine Große Kanne Warmwasser inklusive Tee bekommen. Das Essen hat sehr gut geschmeckt. Auch hier wurde sehr darauf geachtet, dass wenn sich jemand vegetarisch ernährt hat, das Essen für die Person entsprechend angepasst wurde. Manchmal waren die Portionen etwas klein, aber wir konnten trotzdem (abhängig) vom Gericht nach einer zweiten Portion fragen.
Und jetzt mal zur Zusammenfassung:
Santa Cruz
Ankunft in SC
Unsere Reise begann in Santa Cruz. Wir sind getrennt voneinander angekommen. Der Transport vom Flughafen zum Hostel funktionierte reibungslos, obwohl wir über eine Stunde zu spät angekommen waren und unser Internet nicht funktionierte, weshalb wir dies nicht mitteilen konnten. Der Transport Fahrer wartete trotzdem die ganze Zeit auf uns. Nachdem wir zum Hostel transportiert wurde, konnten wir uns kurz ausruhen und wurden dann von Nacira abgeholt, welche sehr gut deutsch gesprochen hat! Zusammen sind wir dann erst zur Plataforma gefahren haben geguckt, wie die Einheit aussieht, verglichen was fehlt und sind anschließend zu einem Dentaldepot gefahren, wo Nacira alles was fehlte, gekauft hat. Wenn wir über die 2 Wochen in SC doch noch etwas gebraucht haben, haben wir das Nacira mitgeteilt und sie hat es noch nachgeliefert. Auch hat sie uns Sim-Karten besorgt (Tipp: Holt euch Entel Karten, diese haben auf der Isla del Sol auch Netz!) und hat mit uns zusammen Geld gewechselt.
Wir haben anfangs in SC 300 USD gewechselt und in LaPaz nochmal ca. 50 USD. (Auf der Isla braucht ihr sehr viel weniger Geld als auf dem übrigen Teil der Reise). Wir haben häufig zu hören bekommen, dass sie in den Wechselstuben nur große saubere Scheine annehmen wollten, häufig wollte sie nicht einmal 50 USD-Scheine annehmen, sondern erst ab 100 USD. Deshalb Tipp nimmt 100er Scheine mit.
Behandlung in SC
Die Einheit in SC ist sehr spärlich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase konnte man allerdings trotzdem gut behandeln. Wichtig zu wissen ist, dass eine Stirnlampe oder ein Lupenbrillenlicht in SC sehr wichtig sind, da die Lampe am Stuhl nicht funktioniert. Auch das Speibecken war eher funktionell und ist eher ein Sammelbehälter, der nach jeder Behandlung gesäubert wurde. Die Einheit ist leider nicht verstellbar, aber die Behandlungen sind dennoch machbar!
Was ein relativ großes Hindernis hier war, war die Wasserkühlung, da man den Bohrer mit dem Puster/Wasserspritze selbst kühlen muss. Auch muss darauf geachtet werden, das Wasser immer mit abgekochtem Wasser nachzufüllen. Am besten direkt am Anfang relativ viel Wasser abkochen und in den blauen Kanistern lagern, damit dieses abkühlen kann und ihr genug für mehrere Tage habt!
Lest euch auf jeden Fall die Zettel, die an den Wänden hängen durch, da dort viel beschrieben steht, wie die Einheit funktioniert, wie der mobile Sauger funktioniert, der Steri etc.!
Behandlungstechnisch hatte sich bewahrheitet, was auch schon die vorherigen Freiwilligen alle sagten, morgens ist eher weniger los, mittags dafür umso mehr. Auch sind Patient nicht wieder gekommen, obwohl wir sie baten, dass sie bitte in den nächsten Tagen nochmal kommen sollten. Vor dem täglichen Pensum braucht ihr keine Angst haben, da dies sehr gut zu bewältigen ist. Wir hatten eigentlich einen guten Mix aus Kindern und Erwachsenen gehabt.
Dadurch, dass keiner von uns dreien wirklich gut spanisch konnte, haben wir viel mit Google Translator gearbeitet, was gut funktioniert hat. Auch war es hilfreich, dass im ganzen Behandlungsraum überall Zettel mit Übersetzungen der wichtigsten Sätze aufgehangen sind.
Wir hatten uns so eingeteilt, dass immer 2 behandelt/assistiert haben und die dritte Person im Auge behalten hatte, ob und wie viele Patienten warten. Sollten keine weiteren Patienten gerade warten, macht so viel es geht an dem Patienten, den ihr gerade behandelt, da sie sehr wahrscheinlich nicht wieder kommen!
Dadurch, dass mit dem mobilen Sauger kein Blut abgesaugt werden sollte, haben wir Watterollen sehr zu schätzen gelernt, vor allem bei Extraktionen, um wieder klarere Sicht zu bekommen.
Was Komposite angeht, würden wir empfehlen diese im Vorfeld einmal zu testen, da viele von den stopfbaren Kompositen sehr spröde und eher schlecht zu verarbeiten waren, damit ihr am Patienten schon direkt die „guten“ Materialien zu Hand habt.
Überlegt euch auch am besten ein System mit einem „sterilen“ Bereich, wo ihr die wichtigsten Utensilien, die man bei jeder Behandlung braucht, griffbereit lagern könnt. Organisiert wurde die Plataforma von Ronald, welche sehr nett uns gegenüber war und einen guten Blick darüber hatte wie viele Patienten täglich kamen und uns dies im Vorfeld mitgeteilt hatte.
Kurzfristig stand im Raum ggf. ein Verbrennungscenter, welches auch einen Behandlungsstuhl hat, zu besichtigen und dort zu hospitieren, was aufgrund der zeitlichen Knappheit, doch leider nicht zustande kam, aber ggf. für spätere Einsetze im Hinterkopf behalten könnte.
Freizeit in SC
Die Freizeit konnten wir gut in SC ausleben, abends sind wir eigentlich immer in die Stadt gefahren oder haben selbst etwas gekocht. Der Transport in die Stadt hat entweder mit dem Bus oder mit dem Taxi gut funktioniert.
Am ersten Wochenende sind wir aufgrund eines Tipps von Nacira nach Samaipata (entspricht eher einem schon fast idyllischem Kurgebiet) mittels Transporter gefahren. Die Unterkunft dort hatten wir relativ spontan gebucht und die fahrt hat auch spontan geklappt, von daher kein Stress bei der Planung! Dort haben wir uns die Stadt angeschaut, waren in einem Tier Reservoir, haben „El Fuerte“ besichtigt, haben uns Wasserfälle angeschaut und sind sogar darin geschwommen. Am besten mal Samaipata googlen, da kommen sehr gute Blog-Berichte wo drinnen steht was man alles machen kann.
Sucre/Uyuni/La Paz
Nach 1 ½ Wochen hieß es dann abschied nehmen und wir sind von SC weitergezogen unser nächster Haltepunkt war Sucre, wohin wir geflogen sind. Transport, Hotel etc. alles sehr gut organisiert. Den Abend in Sucre hatten wir für uns und haben uns diese wirklich schöne Stadt angeschaut, Highlight war dort der Besuch eines Cafés auf einem Uhrturm. Am nächsten Tag haben wir eine Führung durch die Stadt bekommen.
Von Sucre aus ging es mit dem Nachtbus nach Uyuni. Wir sind mitten in der Nacht in Uyuni angekommen und sind mit einem Taxi ins Hotel gefahren (ca. 30 BS). Dort haben wir uns ausgeruht, gefrühstückt und dann ging es auch direkt zur 3-tägigen Salz und Silber Tour. Wir haben unser Gepäck in dem Hotel in Uyuni lagern dürfen, da man auf die Tour nur einen Rucksack + Schlafsack mitnehmen konnte.
Am ersten Tag haben wir uns die Salzwüste und den „Eisenbahnfriedhof“ angeschaut. Ihr werdet viel sehen und genug Bilder für eure Stories machen können. Die Nacht haben wir dann in einem Hotel verbracht, welches aus Salz gebaut war. Allgemein waren die Nächte während der Tour eher kalt also Thermowäsche und Schlafsack nicht vergessen! Auch an Sonnenhüte, Schwimmsachen und genug Sonnencreme denken. Und holt euch genügend Wasser!
Während der Tour waren Frühstück, Mittagessen und Abendessen inklusive.
Am zweiten Tag der Tour wurden wir morgens im Hotel abgeholt und es ging in die Anden. Wir waren zusammen mit einer anderen dreier Gruppe unterwegs. Handynetz war mal da und mal nicht da. Die Natur war sehr schön und war es definitiv Wert gewesen! Denkt dran, dass am Ende ein Naturpark besucht wird, wofür nochmal 150 BS zu bezahlen sind, diese also einplanen! Die zweite Nacht war sehr kalt, da die Unterkunft mitten in den Anden war und es keine Heizung gab. Warmes Wasser/Duschen gab es nicht nur gegen einen „Aufpreis“. Strom gab es da nur für begrenzte Zeit zwischen 19 und 21 Uhr. Abendessen gab es war aber sehr wenig für die Anzahl an Leuten, die wir waren.
Am nächsten Morgen ging es sehr früh los (5 Uhr morgens) um den Sonnenaufgang noch erleben zu können. Das Frühstück war üppig und uns wurde während der Fahrt schnell wärmer. Wir haben Dampfgeysire gesehen, warme Quellen, in denen wir gebadet haben, Schluchten, Flamingo-Lagunen etc.
Es hat sich auf jeden Fall gelohnt die Tour zu buchen, um mehr vom Land sehen zu können!
Anschließend sind wir wieder in Uyuni gewesen. Von wo aus es mit einem Nachtbus nach LaPaz ging. Dort sind wir am nächsten Morgen von Victor abgeholt worden. Zuerst sind wir ins Hotel gegangen wo wir unsere Sachen abgelegt und sehr gut gefrühstückt haben. Gegenüber vom Hotel war auch ein Wachsalon, wo wir unsere Wäsche mal richtig waschen konnten, was vor allem nach der staubigen Tour sehr angenehm war! Anschließend hat uns Victor abgeholt und wir haben eine Tour bekommen. Außerdem haben wir wie auch in SC die Sachen gekauft, die wir für die Behandlung in Challa benötigten.
Da wir Geld wechseln mussten hat er uns geholfen einen guten Spot zu finden. Die Stadt war ein großer Kontrast zu allem bisherigen, was wir von Bolivien gesehen hatten, und war am Ehesten mit einer Großstadt bei uns zu vergleichen.
Am nächsten morgen sind wir mit dem Bus von LaPaz nach Coppacabana gefahren und von dort auf die Isla del Sol übergesetzt. Ab da hatte uns ein Volunteer begleitet, welcher uns als Übersetzer unterstützen sollte. Dadurch dass wir aber schon eher spezielleres Spanisch gebraucht haben hatte er nicht so viel zu tun gehabt.
Isla del Sol
Wir bereits geschrieben fanden wir die Verpflegung durch Nelson und seine Familie sehr gut! Manchmal etwas wenig, aber man konnte diesbezüglich immer mal Versuchen nach einem Nachschlag zu fragen. Auch konnte man sich mit Nelson auch auf Englisch verständigen.
Behandlung in Challa
Was die Behandlungseinheit an geht, ist Challa ein sehr starker Kontrast zu SC gewesen. So ist der Stuhl verstellbar, die Lampe funktionier, das Speibecken funktioniert, und die verschiedenen Winkelstücke haben von sich aus Wasserkühlung. Wie in SC gibt es auch hier einen mobilen Sauger, welcher am besten kein Blut absaugen sollte, aber Watterollen sind euer Freund und Helfer. Sehr gut war auch, dass die Bohrer/Winkelstücke sehr gut funktionierten. Aber auch hier unbedingt die Zettel an den Wänden lesen, damit ihr wisst auf was ihr zu achten habt!
Vom Spektrum her war es hier ähnlich wie in SC. Morgens war immer sehr wenig los, maximal ein oder zwei Patienten. Mittags dagegen war wesentlich mehr los. Manchmal ist es vorgekommen, dass wir die Patienten baten, am nächsten Tag zu kommen, doch auch hier gilt, sie kommen sehr wahrscheinlich nicht wieder. Wir hatten das Gefühl, dass in Challa mehr Zähne gezogen werden mussten, während in SC mehr Füllungen gemacht wurden.
Schön war das das Behandlungszimmer in Challa viel größer war, sodass man sich freier bewegen konnte. Es sind häufig Kinder da gewesen, welche vor allem spielen wollten oder schauen wollten, was wir da machen. Die dritte Person hat sich häufig mit den wartenden Patienten oder den Kindern beschäftigt. Den Kindern Stifte und Papier zum Malen zu geben war wirklich Gold wert!
Eigentlich hätten wir in der Schule vorgestellt werden sollen, was aber nicht stattfand, da es ein Fest an der Schule gab. Wir hatten teilweise das Gefühl, dass die Menschen dort nicht wussten, wann/wie lange wir eigentlich da sind, da sie doch recht überrascht waren, als wir sagten, dass wir nur noch bis Freitag da sind. Wo wir in SC dass Gefühl hatten, dass durch Nacira es sehr gut kommuniziert wurde, fanden wir, dass das das größte Manko in Challa war. Viele Menschen haben wir einfach auf der Straße angesprochen, ob sie eine Untersuchung/Behandlung möchten, wodurch wir gut Patienten generieren konnten.
Wichtig ist hier die Liste gut auszufüllen, damit klar ist welche Materialien noch besorgt werden müssen, da diese in Challa schwer zu beschaffen sind.
In Challa hatten wir auch das Gefühl gehabt immer weniger mit Google Translator zu arbeiten, da wir das „Dental Spanish“ dann doch ganz gut in dem Monat verinnerlicht hatten. Wir haben bei beiden Standorten auch sehr stark darauf geachtet die Patienten vernünftig darüber aufzuklären, was wir machen oder was man alternativ machen könnte. Hätte man z.B. einen Zahn mittels WKB erhalten können, haben wir das gesagt und der Patient hatte letztendlich die Entscheidungsgewalt ziehen oder WKB sauf dem Festland.
Freizeit Isla del Sol
Die Freizeit haben wir sehr gut verbringen können. So haben wir uns an einem Wochenende die Nordseite der Insel und an einem Wochenende die Südseite der Insel angeschaut. Jede Inselhälfte hat ca. 1 Tag beansprucht. Was man auf jeden Fall sagen kann, ist dass es aufgrund der Höhe und den vielen Steigungen ein sehr effektives Ausdauertraining war.
Das Internetnetz war sehr gut bei denen die sich eine Entel Karte besorgt hatten. Die von uns, welche sich eine E-Sim besorgt hatte, hatte dafür gar kein Netz und war auf einen mobilen Hotspot angewiesen. Falls das Guthaben aufgebraucht war, konnte man sich an den Kiosks einfach neue Auflade- Karte besorgen.
Und wenn wir mal nichts unternommen haben, konnte man einfach die Aussicht auf den Strand bestaunen können.
Zusammenfassend können wir nur sagen, dass wir die Teilnahme sehr empfehlen können!